Mai 2024

Von der Leiter geklettert

03. Mai 2024

Den Bilderzyklus zu dem Haiku „Im Garten steht eine alte Leiter. Wo sie wohl hinführt“ konnte ich mit weiteren kleinen Monotypien gut abschließen. Bei einer Gruppenausstellung im Juni werde sie wieder auftauchen. Die Gelatinedruck-Technik bietet gute Möglichkeiten intuitiv zu arbeiten. Mich stört dabei, dass ich für diese Möglichkeiten Gelatine und Acrylfarben verwende. Dass Acrylfarben keine gute Ökobilanz aufweisen, vermute ich nur, dass Gelatine problematisch ist, ist vollkommen klar. Deshalb werde ich mich weiter auf die Suche nach einer Technik machen, die auch meinen ökologischen Ansprüchen genügt. Tipps nehme ich liebend gerne entgegen!

Die vorletzte Leiter: 046-24-04-03, 20 x 20 cm

Wo soll es nun hingehen?

Schon seit geraumer Zeit entwickelt sich in meinem Kopf eine wage Idee. Da kommt was mit Booten, am Ufer oder im Hafen wartende Boote. Vor über 15 Jahren sah ich in einer Ausstellung im Hjørring Kunstmuseum eine Malerei, die ich bis heute nicht vergessen habe. Es zeigt in leuchtend dunklen Farben Boote, die nachts am Strand liegen. Der Künstler muss es an der Westküste beobachtet haben, denn an der Ostseeküste liegen Fischerboote meistens im Hafen. Damals kaufte ich eine Postkarte von dem beschriebenen Bild, die mich bis heute begleitet. Der Künstler heißt Frede Christoffersen. Inzwischen wohne ich selbst am Meer, vielleicht kann mir jetzt die leuchtende Stille gelingen, die ich in dem Bild “Vorupør“ entdeckt habe. Gleichzeitig wollen mir ein paar Zeilen eines Gedichtes von Johannes Bobrowski,  nicht aus dem Sinn. Auch hier spielt das Meer eine große Rolle. Ich werde damit beginnen an der Küste zu zeichnen und zu beobachten. Was dabei herauskommt, werde ich bald sehen.

Frede Christoffersen, 1979, Nat. Vorupør. 38 x 40,5 cm Hjørring

Seekrank – Landkrank

Übrigens sitze ich draußen im Garten und schreibe. Es ist recht kalt, aber die Sonne wärmt. Wenn der scharfe Wind aus Osten nicht wäre, wäre es ein warmer Frühsommertag. Ærø als Teil des Südfünischen Inselarchipels ist vor kurzer Zeit zum UNESCO Weltnaturerbe geadelt worden. Die Tourismusbranche jubelt. Man könnte doch noch besser diese Inseln als Idyll inszenieren; das sind sie aber nicht. Die Zerstörungen der letzten Sturmflut zeigen es nur zu genau. In den Letzten Wochen habe ich viel gelesen, verstanden und mich mit FreundInnen unterhalten. Das Thema war jedes Mal der Klimawandel. Wie verhalten wir uns mit der Erkenntnis, dass sich die Klimaveränderungen nicht mehr aufhalten lassen. Wie verändern sich meine Entscheidungen, mit dem Wissen, dass ich die Natur nicht lenken und schützen kann, sondern ein Teil von ihr bin, ein Teil des aus dem Gleichgewicht geratenen Ökosystems? Eine invasive Art sozusagen. Das Buch „Landkrank“ von Nikolaj Schultz, übrigens ein Soziologe und Philosoph aus Dänemark, kann ich hierzu wärmstens empfehlen. Das ist eine sehr anregende Lektüre, auch für Laien wie mich, lesbar. In diesem Frühjahr habe ich begonnen mir im Garten eine Insel der Glückseligkeit zu entwerfen. Der hintere Teil des Gartens wird ein Waldgarten werden. In einem Waldgarten soll sich durch geschicktes Pflanzen, ein kleines, sich selbst erhaltendes Ökosystem entwickeln. Eine faszinierende Idee, die ich unbedingt versuchen möchte. Vielleicht nur, um das Gefühl mit dem Kopf gegen eine Wand zu laufen, für einen Moment zu vergessen. Die ersten Schritte sind getan. Übrigens gibt es auch kaum noch Fische im Wasser.

Zukunft

Langsam beginnt die Saison. Verschiedene Ausstellungen sind für diesen Sommer geplant. Es beginnt mit einer Gruppenausstellung mit Künstler*innen aus Ærø im Røde Pakhus/Marstal im Juni. Weitere Ausstellung werde ich auf meinen Kanälen ankündigen. Alles ist gut vorbereitet. Zurzeit freue ich mich auf die kommende Arbeitsphase. Hoffentlich wird das Wetter trocken genug für die Plain Air Malerei sein. Wer nach Ærø kommt, ist im Atelier oder auf einer Ausstellung herzlich willkommen – Ærø ist schön! Vi ses Hilda

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