Über Hilda

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Artist Statement

Ich bewundere die Prägnanz japanischer Haiku, die Kontemplation in den Werken von Agnes Martin und Marc Rothko und die prachtvolle Farbigkeit im Spätwerk von David Hockney. In der Stille der Musik von Eric Satie und Jan Garbarek atme ich auf. Voller Bewunderung reist meine Vorstellungskraft mit den Schriftstellern, die in der Lage sind mit ihrer Sprache Bilder und Orte zu schaffen, die den ganzen Menschen umfassen.

Seit vielen Jahren erforsche ich den schmalen Grat, an dem eine Linie aufhört einen Gegenstand zu beschreiben und beginnt sich befreit im Raum zu bewegen. Ebenso sehr vergnügt es mich, wenn ich beobachte wie die Linie, die der von mir geführte Stift auf dem Malgrund hinterlässt, sich zu Gegenständlichem biegt, legt und streckt. Ich spiele gerne mit der Bereitschaft des Gehirns kleine Andeutungen zu interpretieren.

In den Mustern alter und neuer Textilien entdecke ich eine Bildsprache, die mich inspiriert. Sie fließt auch in den neuen Bilderzyklus ein, der unter dem Eindruck des Corona-Lockdowns entstand (Berührte Natur). Die Ereignisse und Bedingungen in der aktuellen Corona-Zeit ließen mich neu über die Natur und den Einfluss des Menschen nachdenken. Betrachte ich diesen Bilderzyklus, entdecke ich meinen Zweifel an der Unversehrtheit der Natur, der in den Formen und Farben sichtbar wird, und eine große Zuversicht und Leichtigkeit.

Ich suche nach der Leichtigkeit in meiner Kunst. Dazu brauche ich manchmal die große Geste und ein anderes Mal die Präzision. Meine Linien entstehen, wenn sie sanft sein sollen, aus flüssigen Farben, wie Tuschen, Tinten und verdünnten Acrylfarben. Wenn sie rau und kraftvoll oder aggressiv sein sollen, setze ich sie mit großem Nachdruck aus Ölstiften oder Kreiden. Gerne baue ich mir meine eigenen „Handverlängerer“, oder male auch mal mit der bloßen Hand. Um die Farben in ihrer intensivsten Leuchtkraft zu erhalten, verwende ich Pigmente, die ich mit Eitempera oder Acrylbinder binde.

Nach langer Tätigkeit als Grafikdesignerin sind meine Werkzeuge die Linie und die Fläche. Meine Linien, Farben und Flächen wollen miteinander spielen. Ich bin mir darüber bewusst, wie stark meine Bilder den Raum beeinflussen, in dem sie sich befinden. Dazu brauche ich meine ganze Sorgfalt.

Mein Aufenthalt in Dänemark am Meer schenkt mir ganz neue Begegnungen, Eindrücke und Erfahrungen. Ich freue mich auf eine neue Arbeitsphase und bin gespannt wie mein Leben in Dänemark in meinen Arbeiten sichtbar wird.

Ich lebe unter komfortablen Bedingungen in einer wunderschönen Umgebung und weiß, wie glücklich mich das macht. Ich werfe meine Leichtigkeit, meine Zuversicht und meine Nachdenklichkeit in die Welt.

Eine meiner ersten Erfahrungen ist, dass sich in Dänemark alle Menschen duzen. Das erlebe ich als sehr angenehm und auch liebevoll. In meinen Texten habe ich das sogleich übernommen. Ich rede Sie also einfach in der dänischen Art mit Du an! Probieren Sie es aus, vielleicht stellen Sie auch fest, dass es Ihnen gefällt!

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Hilda, März 2021

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